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Die Systematik der Elektrotechnik

Alles über Schaltpläne, sauber erklärt.

Welche Schaltplanart zeigt was? Wann lese ich den Stromlaufplan aufgelöst, wann zusammenhängend? Was steht eigentlich auf einem Klemmenplan? schaltplaninfo ist das kompakte Nachschlagewerk für den Alltag in Ausbildung, Werkstatt und Planungsbüro.

Was ein Schaltplan leistet

§ 01

Ein Schaltplan ist mehr als eine Zeichnung. Er ist eine normierte Sprache, in der sich Ingenieurinnen, Monteure und Instandhalter weltweit verständigen. Jedes Symbol bedeutet genau eines. Jede Linie folgt festgelegten Regeln. Und für jede Fragestellung – was tut es, wo sitzt es, wie ist es verbunden – gibt es den passenden Plan.

Genau das ist der Grund, weshalb es nicht den einen Schaltplan gibt. Eine komplette Anlagendokumentation besteht aus einem ganzen Satz von Schaltplanarten, die einander ergänzen: Der Übersichtsschaltplan ordnet, der Stromlaufplan erklärt, der Verdrahtungsplan baut auf, der Klemmenplan verbindet, der Anordnungsplan verortet.

Diese Seite stellt fünfzehn dieser Schaltplanarten vor – jede auf einer eigenen Unterseite mit Zweck, Darstellungsform, Normbezug und einem Schema zur Veranschaulichung.

Die Schaltplanarten im Überblick

§ 02 · 15 Arten
№ 01 · Ortsbezogene Darstellung
Installationsplan
Grundriss mit elektrotechnischen Symbolen – zeigt Ort und Art jedes Betriebsmittels.
№ 02 · Ausführungsunterlage
Verdrahtungsplan
Zeigt jede einzelne Ader zwischen Klemmen, Geräten und Reihenklemmleisten.
№ 03 · Ortsbezogene Darstellung
Anordnungsplan
Maßstäbliche Anordnung der Geräte auf Montageplatte, Hutschiene oder Feldrahmen.
№ 04 · Funktionsorientierte Darstellung
Funktionsplan
FUP
Grafische SPS-Programmiersprache: UND, ODER, Flipflop, Timer als Blöcke verknüpft.
№ 05 · Erklärende Darstellung
Übersichtsschaltplan
Einpolige, stark vereinfachte Darstellung der gesamten Anlage – Schnellorientierung.
№ 06 · Erklärende Darstellung
Stromlaufplan
Das wichtigste Dokument. Zeigt alle Stromkreise, alle Betriebsmittel, alle Funktionen – entweder aufgelöst oder zusammenhängend.
№ 07 · Funktionsorientierte Darstellung
Signalflussplan
Signale mit Pfeilen, Blöcke mit Übertragungsfunktionen – die Sprache der Regelungstechnik.
№ 08 · Analytische Darstellung
Ersatzschaltplan
Kein Schaltplan für den Aufbau – sondern ein Modell zum Rechnen. Transformator, Motor, Leitung als R-L-C.
№ 09 · Ortsbezogene Darstellung
Bestückungsplan
Die Draufsicht auf die Leiterplatte mit allen Bauteilpositionen und -orientierungen.
№ 10 · Erklärende Darstellung
Netzplan
Zeigt ganze Energienetze mit Spannungsebenen, Schaltstationen, Einspeisungen und Lasten.
№ 11 · Funktionsorientierte Darstellung
Kontaktplan
KOP
Sieht aus wie ein aufgelöster Stromlaufplan – ist aber SPS-Code. In Nordamerika der Standard.
№ 12 · Funktionsorientierte Darstellung
Blockschaltplan
Reduziert die Anlage auf Funktionsblöcke und ihre Verbindungen – ideal fürs Konzept.
№ 13 · Ausführungsunterlage
Klemmenplan
Tabellarische oder grafische Auflistung aller Klemmen – die Schnittstelle zwischen Schrank und Anlage.
№ 14 · Medienspezifische Darstellung
Pneumatikschaltplan
Zylinder, Wegeventile, Drosseln – die Sprache pneumatischer Steuerungen.
№ 15 · Medienspezifische Darstellung
Hydraulikschaltplan
Ähnlich der Pneumatik – aber mit Tank und Ölrücklauf, hoher Leistungsdichte und strenger Sauberkeit.

Die wichtigsten Normen

§ 03 · Regelwerk

DIN EN 61082-1 regelt die Erstellung von Dokumenten der Elektrotechnik und definiert die Darstellungsarten von Schaltplänen. Sie ist die übergreifende Grundnorm.

DIN EN 81346 legt Struktur und Kennzeichnung fest – die Betriebsmittelkennzeichen mit dem bekannten Minuszeichen als Präfix (-K1, -Q2, -X1) stammen von hier.

DIN EN 60617 enthält die genormten Schaltzeichen. Ohne sie wäre ein Schaltplan nicht international lesbar.

IEC 61131-3 definiert die Programmiersprachen für speicherprogrammierbare Steuerungen, darunter KOP (Kontaktplan) und FUP (Funktionsplan).

ISO 1219-1 und -2 betreffen die Fluidtechnik – Symbole und Schaltplanerstellung für Pneumatik und Hydraulik.