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Kontaktplan (KOP)

SPS-Programmierung in der Sprache der klassischen Relaissteuerung – Kontakte links, Spulen rechts.

Zweck & Aufgabe

Der Kontaktplan – englisch Ladder Diagram (LD), in der deutschen Fassung DIN EN 61131-3 als KOP bezeichnet – ist eine grafische SPS-Programmiersprache. Sie orientiert sich bewusst an der vertrauten Optik der klassischen Relaissteuerung: zwei senkrechte Stromschienen, dazwischen waagerechte Strompfade (Sprossen) mit Kontakten und Spulen.

KOP ist besonders in Nordamerika und in der Prozesstechnik weit verbreitet und für Elektrofachkräfte ohne Programmierhintergrund leicht zugänglich.

Darstellung

Auf jeder Sprosse steht eine logische Bedingung. Links die Kontakte: -||- für einen Schließerkontakt, -|/|- für einen Öffner. Rechts die Spule: -( )-.

Mehrere Kontakte in Reihe entsprechen einer UND-Verknüpfung, parallele Kontakte einer ODER-Verknüpfung. Jede Sprosse wird zyklisch von der SPS abgearbeitet.

Abgrenzung zum Stromlaufplan

Der Kontaktplan ähnelt dem aufgelösten Stromlaufplan, ist aber etwas grundsätzlich anderes: Er beschreibt keine reale Verdrahtung, sondern ein Programm, das auf einer SPS zyklisch ausgeführt wird.

Motor mit Selbsthaltung in KOP │ │ │ Start Stop Motor Motor │ ├────| |───┬───|/|─────────────────────────────( )───┤ │ I0.0 │ I0.1 Q0.0 │ │ │ │ │ Motor │ │ ├────| |───┘ │ │ Q0.0 │ │ │ Sprosse 1: (Start + Selbsthaltung) AND (NOT Stop) → Motor
KOP spricht Relais-Dialekt – nur eben in Software.